Ausbau FRA

Am 12. September beginnt die „Öffentliche Anhörung“ in der Offenbacher Stadthalle.

Wir regen an: Unterstützung der „Pro Flughafen Initiative“ durch persönliche Präsenz

 

Liebe GdF-Mitglieder, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

Am kommenden Montag startet eine Mammutveranstaltung im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens für die NW-Runway am Flughafen Frankfurt. Was passiert in der Stadthalle Offenbach? Mehr als 100.000 Einwände gegen den Bau der geplanten neuen Bahn müssen „abgearbeitet“ werden. Zugelassen sind und Zutritt in die Halle haben nur private Einwender (so die von ihnen eingereichten Schriftsätze gewisse rechtliche Anforderungen erfüllen) sowie natürlich die beauftragten Rechtsanwälte und Vertreter der Kommunen, die gegen die Nordwestbahn sind. Den „Vorsitz“ bei dieser wochen-, wenn nicht monatelangen Auseinandersetzung führt der RP Darmstadt im Auftrag des Hessischen Wirtschaftministeriums. Nebenbei: Das Verfahren um den Bau der Wartungshalle für den A380 ist eine andere „Baustelle“.

Die GdF - Gewerkschaft der Flugsicherung - hat den geplanten Ausbau des Frankfurter Flughafens stets begrüßt und unterstützt. Die Kapazität des Airports auf Basis des derzeitigen Landebahnsystems ist ohne jeden Zweifel ausgereizt. Die GdF stimmt den vielfach geäußerten Meinungen zu, dass zur Bewältigung der prognostizierten, mittelfristigen Verkehrszuwächse dringend eine neue Runway benötigt wird. Die GdF fordert daher mit Nachdruck eine rasche Beseitigung der am Rhein-Main-Airport schon lange bestehenden Kapazitätsengpässe. Es droht ansonsten die Abwanderung bedeutender Teile des Flugverkehrs zu den europäischen Konkurrenten des Frankfurter Flughafens, mit entsprechenden Verlusten an Arbeitsplätzen.

Zwar ist sie, wie die Vereinigung Cockpit, der Ansicht, dass diese im Süden des Flughafens errichtetwerden sollte, denn nur diese voll nutzbare - d.h. Starts und Landungen wären in alle Richtungen möglich - führt zu einem echten Parallelbetrieb. Allerdings ist man sich auch hier mit der Gewerkschaft der Verkehrsflugzeugführer einig, dass eine solche „Radikallösung“ - ebenso wie die von beiden Verbänden angeregte „Atlanta-Variante“ - politisch nicht durchsetzbar ist. Daher unterstützt die GdFdie geplante NW-Landebahn im Norden des zur Zeit bestehenden Bahnsystems.

Aus fachlicher Sicht fordert die GdF eine Lösung, die den prognostizierten Verkehrszuwächsen auch langfristig Rechnung trägt. Expertenschätzungen gehen bekanntlich davon aus, dass sich der Luftverkehr bis zum Jahre 2015 zumindest verdoppelt, bis zum Jahre 2020 sogar verdreifacht. Diese Zahlen basieren auf den Verkehrszahlen des Jahres 1998 und wurden von der europäischen Flugsicherungsbehörde Eurocontrol ermittelt. Die tatsächlichen Verkehrszuwächse der vergangenen Jahre und vor allem die neuesten Zahlen stützen diese Prognose.

Bezüglich eines generellen Nachtflugverbots für den Frankfurter Flughafen gibt die GdF zu Bedenken, dass ein solch striktes Verbot den Notwendigkeiten eines internationalen Verkehrsknotens widerspricht. Unter Hinweis auf die bereits erzielten Fortschritte moderner, leiser Triebwerke, fordert die GdF daher, über die Einführung sogenannter "Lärmkontingente" während der Nacht nach Vorbild des Londoner Flughafens Heathrow nachzudenken.

Wir folgen damit im übrigen gerne einer Einladung der Initiative“ Pro Flughafen“, die zum Auftakt des Anhörungsverfahrens ein Zeichen setzen will: Keineswegs „alle Bürger“ sind gegen den Flughafen, dessen Ausbau, den Bau der A380 Wartungshalle, den Bau eines weiteren Terminals. „Pro Flughafen“ hat daher bereits vor längerer Zeit eine „Pro-Demo“ angemeldet und die Zusage für den Aufbau eines Infostandes direkt am Haupteingang der Stadthalle erhalten. Die Gegner meldeten sich später und müssen nun mit der anderen Straßenseite vorlieb nehmen. Fällt einem doch der bekannte Satz von M. Gorbatschow „wer zu spät kommt ...“ ein.

Die GdF unterstützt alle Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft in ihrem Bemühen, eine Ausbauvariante durchzusetzen, die Spielraum für zukünftige Entwicklungen bietet.

Das bevorstehende Anhörungsverfahren in Offenbach ist außerordentlich wichtig, setzt es doch einen ersten Meilenstein auf dem sicher langen Weg zu einer positiven Entscheidung. Wir bitten daher unsere Mitglieder, falls es der Dienstplan erlaubt, ab 09:00 Uhr durch ihre Präsenz in Offenbach die Haltung der GdF durch persönliche Anwesenheit am Stand von „Pro Flughafen“ deutlich zu machen. Es versteht sich, dass der Auftakt dieses Verfahrens eine weit überdurchschnittliche Aufmerksamkeit und Präsenz seitens der Medien erfahren wird. Wäre doch sicher nicht verkehrt, wenn in dem einen oder anderen Interview auch die Praktiker und damit die GdF vertreten wären.

Weitere Infos unter www.pro-flughafen.de

Mit freundlichen Grüßen

Gewerkschaft der Flugsicherung e. V.